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 Die Sechziger waren das Jahrzehnt der Träume: Die alte Welt brach aus den Fugen: es gab überschaubare Ungerechtigkeiten, und die Jugend war im glücklichen Stand der unschuldigen Naivität.
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Der Sommer der Liebe war längst vorbei, aber ..: Natüüüürlich ging es um Freiheit... Das Hippie-Festival sollte den Namen einer Künstlerkolonie im Norden von New York tragen, Woodstock eben, und das zeitgeistgerechte und zugkräftige Motto sollte - in Anlehnung an diesen Sommer der Liebe, zwei Jahre zuvor, heißen: "Three days of peace and music". Geplant hatten das vier Männer von Mitte zwanzig: zwei Musikfreaks, die sich ihr neues Studio finanzieren wollten, die andern beiden wollten ererbtes Geld anlegen und auf die Schnelle vermehren ...

Nach diversen schwierigen Verhandlungen erbot sich schließlich ein Milchbauer namens Max Yasgur, dem Festival seine Weiden zur Verfügung zu stellen, einigermaßen abseits vom Dörfchen Woodstock, in dem Dörfchen Bethel. Ein Teil der 3900 Bewohner von Bethel versuchte erfolglos, das Festival zu stoppen ... - Aber dann kamen diese seltsamen Langhaarigen und kauften die Läden leer: Und sehr zur Überraschung der verängstigten Dorfbewohner waren sie außerordentlich freundlich und liebevoll...

Eine Handvoll der besten und ein paar der beliebtesten Bands waren eingeladen worden, und man rechnete (offiziell zumindest, um die Dorfbewohner und die Behörden des Staates New York zu beruhigen) mit 60.000 Zuschauern. Als schließlich eine halbe Million kam, war Max, der Bauer, so gerührt von dieser völlig überraschenden Machtdemonstration der Bewegung der Liebe und des Friedens, dass er es sich nicht nehmen ließ, auf die große Bühne vor die große Menschenmenge zu treten und große Worte zu finden.
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Auf der Bühne gab es 32 Acts, teils weltberühmt, teils Szenegrößen ..: Es gab Arlo Guthrie, der in Alice's Restaurant den Müll am Unabhängigkeitstag weggefahren hatte und deshalb nicht würdig war, nach Vietnam zum Kämpfen zu gehen ... Es gab diese Drogen-& Freie-Liebe-Pioniere aus San Fran, Jefferson Airplane, dann diesen Verrückten aus der englischen Bergarbeitersiedlung, Joe Cocker, der beim Singen in erratische, fast spastisch weggebeamte Bewegungen verfiel ... - Es gab die damals noch weitgehend unbekannte Band Santana, es gab Janis Joplin und Crosby, Stills & Nash mit ihrem neuen Kumpel, einem gewissen Neil Young.

Und es gab JIMI HENDRIX, der die amerikanische Nationalhymne zerhackte und seine Gitarre zerschmetterte ...

Ravi Shankar zelebrierte mit seinen Ragas den großen mystischen Kick. Und der Regen spielte den Sozialtherapeuten: Er ließ, was man ihm später so hoch anrechnete, die halbe Millionen Menschen - gegen ihre Gewohnheit - ganz einfach zusammenrücken in Liebe und Frieden (es gab nämlich nicht genug Planen).

Was unglaublichen Eindruck machte, denn keine Volksfest, bei dem eine halbe Million Menschen ohne geregelte Verpflegung, ohne vernünftige Klos und ohne körperhygienische Einrichtungen drei Tage lang aufeinander hockten ...: Kein Volksfest ging so friedlich ab, dass zwar diverse Kinder in dem Festival-Getümmel irgendwie geboren wurden, es aber nur einen offiziellen Toten gab - und der hatte sich zum Schlafen unter einen Traktor für den Abwassertransport gelegt. Keine Messerstechereien, keine Schlägereien, es heißt, zwei tödliche Überdosen habe es noch gegeben.

Im halben Bundesstaat New York brach vorübergehend der Verkehr zusammen, die Polizei schickte Hunderttausende weit vor dem Festivalgelände wieder zurück, aber: Die drei Kassenhäuschen wurden am ersten Nachmittag geschlossen, die Zäune für nichtig erklärt und das Festival mit bewegenden Worten zum Free-Festival geadelt. Wow!

Die Musiker mussten dann per Hubschrauber eingeflogen werden, weil die Straßen dicht waren; das Programm wurde umgeworfen, weil der eine oder andere Musiker noch hackendicht hinter Bühne lag: Ein wunderbares Festival der Freizügigkeit also, wie sich die Weltenveränderer das vorstellten. Im Übrigen wurde denen, die noch anreisen wollten, übers Radio empfohlen, genug zu essen mitzubringen ...

In Woodstock wurde klar, dass eine neue Welt geboren war - mit einer neuen Gesellschaft, neuen Menschen, die nicht mehr schwarz noch weiß noch gelb waren, sondern friedlich. Woodstockianer. Nackte Menschen im Schlamm ...

Als der Zauber vorüber war, gingen alle friedlich nach Hause. Die Besucher von Max Yasgur's Farm hatten zur Hälfte Schüttelfrost - nicht, weil sie so bewegt waren, sondern weil sie - drei Tage lang in durchnässten Schlafsäcken gepennt hatten.

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Aussehen und Kleidung: 


-um ihren Protesten Ausdruck zu verleihen und teils auch einfach nur um zu schockieren wurden bunte, blumige Schlaghosen, weite, bodenlange Gewänder und Stirnbänder und lange, teilweise mit Blumen geschmückte Haare zum Markenzeichen der Hippies. Daher bezeichnete man die Hippiebewegung auch als ,,Flower-Power". In Deutschland wurde sie wegen ihrer langen Haare und ihrem allgemeinen Aussehen auch oft ,,Gammler" genannt.

 

-ein wichtiges äußerliches Erkennungszeichen unter den Hippies war das ,,Peace-Zeichen" (Symbol, Geste).

 

-auch die Hippiebewegung hatte ihre eigene Musik (bekannte Größen waren z.B. ,,The Doors", ,,Mamas and the Papas", ,,The Byrds", ,,Jimi Hendrix" und ,,Janis Joplin"). Das herausragendste Open-Air Festival zu dieser Zeit und gleichzeitiger Treffpunkt der Hippies war in ,,Woodstock". Das im Sommer 1969 stattfindende Festival stand unter dem Motto ,,3 Tage voller Frieden und Musik", was die Verbindung zur Anti-Kriegsstimmung dieser Zeit symbolisieren sollte.

 

-Mitte der 70er Jahre ging die Hippiebewegung langsam zu Ende. Entscheidend dafür war auch der aufsehenerregende Mord des unter Drogen stehenden Hippieanführers Charles Mason an der Schauspielerin Sharon Tate. 

Hippies    [wohl von amerikanisch hip »eingeweiht«], Angehörige einer in der 2. Hälfte der 1960er-Jahre in den USA entstandenen Protestbewegung, in der Jugendliche v. a. der Mittel- und Oberschicht in friedlich-passiver Weise gegen die Wohlstands- und Leistungsgesellschaft rebellierten. Der in ihren Augen »sinnleeren«, ausschließlich pragmatisch-zweckorientierten Mittelstandsgesellschaft stellten die Hippies, deren Symbol die Blume war, das Ideal einer »sinnerfüllten«, von bürgerlichen Tabus, Wertvorstellungen und Zwängen freien Welt entgegen (»Flowerpower«), das sie in freien, naturbezogenen, auf ekstatisches Glückserleben in Liebe, Musik und Rauschmittelgenuss gerichteten Gemeinschaften zu leben versuchten. Legendärer Höhepunkt dieses Bestrebens war Das Woodstock-Rockfestival von 1969 ist bis heute legendär und weit über die Grenzen seiner damaligen Zielgruppe hinaus bekannt. Aufgrund seiner Größe mit über 500.000 Besuchern und seiner bis dato unerreichten medialen Verbreitung durch einen eigenen Film hat es Geschichte geschrieben. Bis heute gilt es als der Höhepunkt der Hippiebewegung in den 1960er Jahren. Ohne die zu Grunde liegende Idee der Festivalinitiatoren, ein Exempel für den Frieden statuieren zu wollen, wäre es dazu nie gekommen. Gleichzeitig handelte es sich bei dem Festival und dessen anschließender Vermarktung als Film jedoch um eine nach klaren ökonomischen Maßstäben geplante Unternehmung mit dem Ziel, Gewinn zu erwirtschaften. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit der Frage, ob Woodstock eine schon zur Popkultur entwickelte Ideologie kommerziell ausnutzte, oder doch nur selbst Teil dieser Ideologie war. In der Geschichte des Popsongs würde dies bedeuten, dass Lieder mit politischen und ideologischen Äußerungen zur massenmedialen Vermarktung geeignet sind. Darin sieht der Musikwissenschaftler Heinz Bamberg zwei unterschiedliche und prinzipiell widersprüchliche Einstellungen: „Zum einen wird die Musik kommerziell genutzt, sie ist eine Möglichkeit, Geld zu verdienen und als Popstar berühmt zu werden. Zum anderen wird die Musik als Ausdruck eines inneren Gefühlszustandes bzw. einer inneren Haltung betrachtet und steht für ,authentische’ und ,echte’ Empfindungen.

 
 
 
 
 
 

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