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Fusion-Festival 2007 28.06. – 01.07. Kulturkosmos Flugplatz Lärz45249967jw5-1-.gif
www.fusion-festival.de

NEWSLETTER NR. 04/06 17.7.2006

Hallo Ihr Lieben,

nach kurzer Erholungsphase sind wir wieder am Start und grüßen euch ganz herzlich!

Das war sie also, die 10. Fusion. Ganz ehrlich gesagt waren wir, wie wohl auch die allermeisten von euch, ziemlich geflasht von diesem großen und wohl auch einzigartigen Spektakel. Wir waren und sind schon auch etwas stolz, dass wir es in den vergangenen 10 Jahren geschafft haben, unsere Idee von einem „anderen Festival“ immer konsequent weiter zu entwickeln und mit immer mehr Aktivistinnen zu teilen, die gemeinsam in einem langen aber fruchtbaren Prozess die Fusion zu dem gemacht haben, was sie heute ist.

Ein ganz großes Dankeschön an euch, dass ihr so zahlreich gekommen seid und mit zu diesem schönen Festival beigetragen habt.
Dank an alle beteiligten Crews, die mit viel Liebe und Action zum Gelingen beigetragen,
sowie an die über 2000 freiwilligen HelferInnen, die auf dem Festival eine Schicht geschoben haben.

Nicht nur das Wetter war zum wiederholten Male Oberkante, auch die BesucherInnenzahl war mit 28 000 zahlenden Gästen noch einmal um 6000 angestiegen. Insgesamt sind also weit über 30 000 FusionistInnen in diesem Jahr zusammen gekommen.

Platz für alle gab’s ja genug und die vielen Leute haben sich recht angenehm auf dem großen Gelände verteilt. Wenngleich es auch dem Einen oder Anderen schon zu voll war, konnten alle noch tanzen, gab’s genug zu Essen und zu Trinken und abseits der großen Bühnen immer noch schöne und ruhige Plätze zum chillen.
Trotz der Hitze hatten wir dieses Jahr die Wasser- und Toilettensituation relativ gut im Griff und wir empfanden die Stimmung auf dem Festival insgesamt sehr angenehm und entspannt.
Unüberhörbar sind natürlich die Schreie der “früher war alles besser Fraktion“ und
beim Lesen des Forums ist uns schon etwas das kalte Grausen gekommen, über den ganzen Müll, der dort in so manchem Thread geschrieben wird.
Dort zeigt sich auch wie subjektiv unterschiedlich die Wahrnehmungen der verschiedenen BesucherInnen waren. Die einen hatten eine uneingeschränkt wunderbare Zeit und andere fühlten sich permanent umzingelt von Nazis und so genannten Prolls.
Natürlich erleben alle hier individuell eine eigene Geschichte. Beschissene Vorkommnisse, die meist von Idioten verursacht werden, können einem dabei schon manchmal die Laune versauen. Wir wollen auch nicht in Abrede stellen, dass auf der Fusion Leute auflaufen, die einen unangenehmen Vibe verbreiten, oder sogar ausgemachte Nazis sind. Wir haben jedoch vermehrt den Eindruck bekommen, dass einige gerade die real existierende Möglichkeit von Negativerlebnissen so sehr fokussiert haben, dass sie extrem unentspannt unterwegs waren und letztendlich ihre Ängste am laufenden Band bestätigt sahen. Wir wollen damit nicht leugnen, dass es auch auf der Fusion zu sexistischen oder rassistischen Übergriffen kommen kann. In solchen Fällen müssen die Betroffenen bzw. die, die es mitschneiden sofort reagieren! Dabei ist es jedoch meist nicht sinnvoll nach der Security zu rufen, denn die hat primär andere Aufgaben und kommt wahrscheinlich zu spät. Das einzige was da hilft, ist: Augen auf und sofort beherzt einschreiten. Traut Mensch sich das nicht zu oder ist dazu nicht in der Lage, hilft oft lautstarkes brüllen, denn dann findet sich in der Regel jemand der/die tatkräftig einschreitet. Das Festival sind wir alle und Zivilcourage ist oft nicht einfach aber erlernbar. Wir gehen darum davon aus, dass auf der Fusion genug Leute sind, die beherzt eingreifen können, sollte es zu Übergriffen kommen.

Auch wir haben natürlich versucht zu beobachten, wie die demographische Entwicklung in den vergangenen 2 Fusionsjahren verlaufen ist, wo doch ein Zuwachs von über 10 000 neuen FusionistInnen zu verzeichnen ist. Von unserer Seite sind wir einhellig der Meinung, dass das Publikum in den vergangenen Jahren immer angenehmer und netter geworden ist, dass der Proll- und Stressfaktor explizit in diesem Jahr noch einmal weiter nachgelassen hat und wir 2006 die größte, friedlichste und stressfreieste Fusion ever erlebt haben!
Das ist für uns ein ganz großer Erfolg in der Geschichte der Fusion.
Zu dieser positiven Einschätzung kamen wir nach vielen Gesprächen mit Leuten, die seit langen Jahren an den Brennpunkten des Festivals arbeiten und auch schon andere Zeiten erlebt haben.

Es stellt sich natürlich die Frage, woher kamen über 10 000 neue FusionistInnen, wenn nicht, wie von einigen vermutet, aus der Region oder den naziverseuchten Dörfern Mecklenburgs, von denen Jan Delay zu berichten wusste.
Wir glauben, dass der Zuwachs aus sehr angenehmen und aufgeschlossenen Menschen aus Ost und West bestand, die zum großen Teil durch die Empfehlungen von Freunden hierher gefunden haben.
Wenn man sich aber die Zeit nimmt und die zum Teil unsäglich dummen Wortgefechte im Forum liest, beschleicht einen der Eindruck, dass die Fusion inzwischen zur neuen Heimat von vielen arroganten, westdeutschen Metropolenlinken geworden ist. Die haben ihre ideologischen Schützengräben gleich mitgebracht, damit ihnen ja kein hedonistisches Spaßempfinden ihr unsäglich eingeschränktes Brain waschen kann. Für euch und für die doofen Antideutschen haben wir extra Jan Delay mitsamt seiner dämlichen Verkleidung und seinen dummen Sprüchen gebucht, damit ihr was habt, worüber ihr euch rischtisch ufregen könnt.
Apropos Deutschland und Fußball… Wir waren ganz glücklich wie die Geschichte gelaufen ist. Wer das Spiel schauen wollte, hat irgendwo auf dem Campingplatz einen Fernseher gefunden und danach war auch gut. Alle, die keinen Bock auf Fußball hatten, konnten ungestört feiern und die, die zu Hause geblieben sind weil es keine Großbildleinwand gab, hat auch keiner vermisst. Und jetzt ist Deutschland abjeloofen - game over und alle können sich mal wieder beruhigen.

Zum Thema Politik und Festival wollen wir hier noch mal erwähnen: Die Fusion war und ist ein Festival mit linkem politischen Anspruch und kein linksradikales Aktionscamp mit kulturellem Beiprogramm. Der Name ist Programm, und alle, die sich an die klar genannten Spielregeln halten, sind unabhängig von Herkunft, Dresscodes und Haarlänge eingeladen und willkommen. Wenn die Spielregeln verletzt werden, liegt es an uns allen konsequent zu handeln und die Spielverderber zu verwarnen oder wenn nötig vom Platz zu schmeißen. Zu den Spielverderbern gehören nicht nur Nazis, Rassisten und Sexisten sondern auch kleine dumme Tagger die an wunderschöne weiße Stoffzelte schmieren und Leute, die klauen sobald was unbeaufsichtigt rum steht.

Soweit unsere ersten Eindrücke und Einschätzungen zur Fusion 2006. Wie es weitergeht und was zu tun ist, um einem weiteren Wachstum des Festivals entgegenzuwirken, werden wir in den kommenden Wochen diskutieren.
Ansonsten laufen bereits die Vorbereitungen für AT.TENSION#1, dem neuen Theaterfestival des Kulturkosmos, bei dem wir die Theaterinteressierten unter euch in der Zeit vom 15.9.-17.9. hier wieder sehen werden. Infos findet Ihr unter www.attension-festival.de
Stay tuned!

Eure Fusioncrew





Liebe Freunde der gepflegten Festivalkultur!


Lange haben wir uns bedeckt gehalten, aber nun wird es doch Zeit, euch mit dem aktuellen Stand der Dinge vertraut zu machen. Es ist ja auch schon wieder Halbzeit und somit geht es langsam aber sicher auf die nächste Fusion zu. Auf dem Kulturkosmosgelände ist es jetzt relativ ruhig geworden. Selbst das Gürteltier hat sich zum Winterschlaf in einen Hangar zurückgezogen. Trotzdem wird an einigen Baustellen immer noch fleißig gearbeitet und auch im Büro brennt das Licht noch bis spät. Die Zeichen der kommenden Fusion sind auch schon nicht mehr zu übersehen. Die Tickets laufen bereits durch die Druckmaschine und täglich bekommen wir Päckchen mit kleinen Silberlingen hinter denen sich meist ein großer Traum verbirgt.

Der Vorverkauf startet am 1.Dezember um 00:00 Uhr.
Dann könnt ihr wieder die begehrten Earlybird-Tickets auf unserer Webseite bestellen.

Insgesamt warten 3000 Stück darauf, für 35,- Euro (+ 5,- € Müllpfand) von den ersten Sparfüchsen gesichert zu werden. Und hallo: Ein Ticket ist nicht nur so ein Stück Pappe! Es ist der erste Vorbote des Sommers, der Schutz davor, sich auf der Suche nach einem Geschenk schwitzend in Kaufhausketten rumzuquälen, der Symbolträger zum Übers-Bett-Pinnen, die Parallelweltinsignie auf Omas Häkeldeckchen, der Zugangscode zur Tankstelle für die Seele! Das heißt: Am kommenden Wochenende die Prioritäten verschieben und falls notwendig etwas kürzer treten, dafür lieber den Fahrschein zu eurem Lieblingsfestival sichern.

Für alle, die einige Stunden oder Tage später dran sind oder sich ihr Ticket traditionell in ihrer Vorverkaufsstelle um die Ecke kaufen, gibt es natürlich die regulären Vorverkaufstickets zu den gleichen Preisen wie im letzten Jahr. Das heißt für 40 Euro (plus 5 Euro Müllpfand) warten 17.000 Tickets darauf, über die virtuelle oder reale Ladentheke zu wandern. Alle anderen zahlen an der Abendkasse 55 Euro (plus 5 Euro Müllpfand) und damit den vollen Solidaritätsbeitrag. In unseren Vorverkaufsstellen startet der Verkauf am 1.Februar. Die Liste der Vorverkaufsstellen findet ihr dann auf der Website.

Insgesamt gibt es für das kommende Jahr 2000 zusätzliche Tickets im Vorverkauf, damit alle, die knapp bei Kasse sind den Vorverkauf nutzen können. Die Tickets an der Abendkasse werden aber wie in den letzten Jahren unlimitiert bleiben. Dies soll jedoch möglichst nicht dazu führen, dass wieder ein paar tausend mehr BesucherInnen kommen, womit wir beim meist diskutierten Thema diese Jahres sind:

Wann ist die Fusion voll und was machen wir dann???
Fakt ist, dass ganz gegen den demographischen Trend in Ostdeutschland, es in den vergangenen 3 Jahren jeweils 5 – 6000 meist jugendliche neue FusionistInnen in den Osten gezogen hat und sich die Zahl der BesucherInnen somit in 3 Jahren fast verdoppelt hat.
Wir wollen niemanden ausgrenzen, doch es gibt klar ersichtliche Grenzen des Wachstums! Wir wollen nicht zum Megafestival mutieren und wir wollen nicht, das sich plötzlich Entfremdungsgefühle breit machen.

Wir haben aber ehrlich gesagt auch kein Patentrezept.

Die Parole lautet deshalb „KEINE WELLE MACHEN!“. Und so greifen wir beherzt zu einigen nachhaltigkeitsfördernden Maßnahmen, um die Besucherzahlen zu regulieren. Dazu zählt, dass wir auf sämtliche Ankündigungen in Zellstoffform in Zukunft verzichten werden. Das heißt keine Flyer mehr, keine Plakate, keine Propagandamaterialien - nüscht!

Des Weiteren werden wir allgemein bekannte Top Acts nicht mehr im Vorfeld auf der Webseite ankündigen sondern erst unmittelbar vor dem Festival und im Guide. Weniger bekannte KünstlerInnen und die von uns besonders geschätzten komplett unbekannten Kracher, werden wir ab Mai auf der Webseite bekannt geben und vorstellen, denn denen wollen wir ihr Forum nicht nehmen. Wir sind der Überzeugung, dass wir mit diesen Maßnahmen keinem wehtun und gehen davon aus, dass ihr uns vertraut, dass das Programm wieder mal außergewöhnlich und vielfältig gestrickt wird .

Außerdem wird es in den kommenden Monaten gezielte Verunsicherungsmaßnamen und mediale Nebelgranaten geben, die euer Vertrauen gezielt herausfordern werden. Was dabei herauskommt, werden wir ende Juni sehen.

Und weil wir gerade so schön von den „Harten im Garten“ sprechen, bedanken wir uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Steve Bug, Magda, Monkey Mafia, Goldee, Emi, Funkwerkstatt und M.I.A.. Sie alle haben sich bereit erklärt, ihre Gage an den Jugend-Kultur-Förderfond zu spenden. Dies ist ein Spenden-Fond, den wir 2003 eingerichtet haben, um Geld zur finanziellen Unterstützung von Jugendarbeit und gemeinnützigen kulturellen Projekten vorwiegend in der Region zu sammeln. Folgende Projekte haben in den vergangenen Monaten Geld aus dem Förderfond erhalten.
·Das Alternative Jugendzentrum (AJZ) Neubrandenburg bekam 3000,- € für Instandsetzungs- und Ausbauarbeiten des AJZ,
·2500,- € wurden für die Publikumspreise des Filmfestivals „Ausgezeichneter Sommer 2007“ von b-ware! vergeben.
·An die AJZ Kita in Ribnitz gingen 2500,- € für bauliche Unterstützung .
·An den Verein Sobi (Soziale Bildung e.V.) gingen 2000,- € für ein Projekt zur Prävention von Rechtsextremismus und Rassismus in Mecklenburg-Vorpommern

Angesichts immer größer werdender Probleme bei der Finanzierung von unabhängigen und selbstverwalteten Projekten der Jugend- und Kulturarbeit in MV steht die Wichtigkeit diese Fonds außer Frage. Auch im kommenden Jahr wollen wir versuchen, möglicht viele Gagen für diesen Fond einzustreichen. Generell können natürlich alle, die was zu vergeben haben in diesen Fond spenden!

Zum Schluss noch einen kleinen Nachhall zum Theaterfestival at.tension#2:
Auch in seiner zweiten Ausgabe war das at.tension ein voller Erfolg und hat für alle Beteiligten ein grenzen- und spartenübergreifendes Forum für Theater, Performance, Kunst und Tanz geboten. Vom 14. bis 16. September haben 34 internationale Künstlergruppen in über 60 Vorstellungen den Kulturkosmos in eine große Bühne verwandelt, auf der Theater lebendig, entstaubt, erfrischend und vielfältig erlebbar war.
Einen besonders großen Dank und Applaus an dieser Stelle noch mal an alle ehrenamtlichen Helfer und Freunde des Kulturkosmos, ohne die das at.tension #2 nicht hätte stattfinden können. Eure unermüdliche Schaffenskraft uns immer wieder beeindruckt!
Nach diesem schönen at.tension#2 liegt das Bedürfnis nach einer Fortsetzung auf der Hand. Uns ist jedoch klar geworden, dass es so ein aufwendiges Theaterfestival Festival nur alle 2 Jahre geben kann. Das at.tension#3 findet deshalb erst im übernächsten Jahr vom 11.09. - 13.09.2009 statt. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Zum einen bedarf es zur Umsetzung von zwei gehaltvollen Festivals mit so ausgewählten Programmpunkten Zeit. Wir müssen uns umschauen, herumreisen vieles auskundschaften, um –wie man so schön sagt- die Spreu vom Weizen zu trennen und außergewöhnliche Produktionen zu entdecken. Noch viel wichtiger ist aber, dass wir trotz all unseres Tatendranges und Optimismus mit der Realisierung von Fusion und at.tension in so kurzer Abfolge kräftemäßig an unsere Grenzen stoßen. Beide Festivals stehen und fallen mit dem ehrenamtlichen Engagement unserer Helfer. Dieses wertvolle Potential dürfen wir nicht jedes Jahr zweimal mobilisieren, denn dies ist schlicht und ergreifend verschleißend:
Zudem hat die diesjährige Besucherzahl von 1500 zwar dazu geführt, dass jeder bei den Vorstellungen einen guten Platz bekam und die Atmosphäre großfamiliären Charakter hatte, allerdings haben die Einnahmen die Kosten bei weitem nicht decken können. Der Fond neue Länder hat zwar für die ersten beiden at.tension-Runden eine Anschubfinanzierung von je 25.000,- EUR vergeben, doch auch mit diesem Geld und dem der anderen Förderer, dem Eigenanteil des Kulturkosmos und Eintrittsgeldern hat es mit der Finanzierung nicht hingehauen. Der Kulturkosmos wird deshalb weit mehr als die geplanten weiteren 25.000,- EUR dazuschießen müssen. Wie es in Zukunft bezüglich der Finanzierung weitergehen soll, ist noch völlig ungeklärt. Wir brauchen die Zeit bis 2009, da wir von neuen und alten Kooperationspartnern Zusagen für die Finanzierung von at.tension #3 benötigen.
Dies soll jetzt nicht heißen, dass wir im kommenden Spätsommer nichts tun werden, um den Ausfall des at.tension-Festivals zu kompensieren. Es gibt bereits Ideen für eine andere Geschichte in einem wesentlich kleineren und überschaubareren Format. Darüber werden wir euch aber informieren, wenn es aktuell wird.

Erst mal kommt ja jetzt die FUSION 08 und bis dahin wünschen wir euch trotz des Winters eine gute Zeit.
Hasta pronto,
eure Fusion Crew

Quellen: www.fuson-festival.de


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